Ein offener Blick statt hängende Lider
Schlupflider gehören zu den häufigsten ästhetischen Beschwerden – und können mehr als nur das Aussehen beeinträchtigen. Der Plastische Chirurg Dr. med. Sascha Dunst erklärt das Krankheitsbild.
Rund 15’000 Mal täglich schliessen unsere Augenlider – sie schützen, befeuchten, filtern. Doch was, wenn sie schwer werden, nach unten sinken und den Blick einengen? Wenn das Gesicht müde wirkt, obwohl man sich ausgeruht fühlt? Kein Wunder, beschäftigen sich immer mehr Menschen mit dem Thema Augenlidkorrektur.
Nummer eins weltweit
Die Blepharoplastik – so der Fachbegriff für eine Augenlidkorrektur – hat 2024 erstmals die Liposuktion (Fettabsaugung) vom Spitzenplatz verdrängt: 2,13 Millionen Eingriffe weltweit, ein Plus von 13,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, lässt ISAPS, die internationale Gesellschaft für Ästhetische Plastische Chirurgie verlauten. Auch in der Schweiz zählen Augenlidkorrekturen zu den häufigsten ästhetischen Eingriffen im Gesichtsbereich. Besonders auffallend: Auch bei Männern gehört die Augenlidkorrektur heute zu den gefragtesten ästhetischen Eingriffen.
«Der grösste Teil meiner Patientinnen und Patienten kommt im Alter zwischen 45 und 65 mit dem Wunsch einer Augenlidkorrektur zu mir – und darunter deutlich mehr Männer als früher», sagt der Facharzt FMH für Plastische und Ästhetische Chirurgie, Dr. med. Sascha Dunst, M.Sc., mit eigener Praxis in Aarau.
Mehr als ein ästhetisches Problem
Das Augenlid schützt den Augapfel, verteilt die Tränenflüssigkeit und hält das Auge feucht. Störungen können weit über die Ästhetik hinausgehen. Die häufigsten Beschwerden zum Thema Augenlid sind laut Sascha Dunst die folgenden:
Schlupflider (Dermatochalase): «Überschüssige Haut an den Oberlidern engt das Gesichtsfeld seitlich und oben ein, die Augen wirken dauerhaft erschöpft.»
Hängendes Augenlid (Ptosis): «Der Hebemuskel ist geschwächt – das Lid bedeckt die Pupille und schränkt das Sehen zentral ein.»
Tränensäcke und Lidfehlstellungen: «Vorgewölbte Fettpolster am Unterlid oder einwärts / auswärts gedrehte Lidkanten (Entropium / Ektropium) können zu chronischen Entzündungen führen.»
Wann zahlt die Krankenkasse?
Liegt eine nachgewiesene Sehfeldeinschränkung von mindestens 30 Prozent vor – dokumentiert durch eine Perimetrie –, übernimmt in der Regel die Grundversicherung die Kosten für die Augenlidkorrektur. Diese Abklärungen werden vom Augenarzt durchgeführt. Rein ästhetische Korrekturen hingegen sind Selbstzahler-Eingriffe. Bei Dr. Dunst ist für eine Oberlidkorrekturen mit Kosten ab CHF 3’600.–, beim Unterlid ab CHF 6’100.–, und bei einer Kombination bis CHF 10’600.– zu rechnen. «Wir besprechen die Kosten von Anfang an offen und nachvollziehbar.»
So läuft die Korrektur ab
Vor dem Eingriff analysiert Dr. Dunst die Ausgangslage mit einer fotorealistischen 3D-Simulation: Der Patient kann so das zu erwartende Ergebnis sehen und einschätzen, bevor überhaupt eine Entscheidung getroffen wird. Die Oberlidkorrektur dauert rund 60 Minuten und wird meist in Dämmerschlaf oder örtlicher Betäubung durchgeführt; die Unterlidkorrektur dauert ca. 90 Minuten, der Eingriff erfolgt meist in Vollnarkose. Beide Behandlungen werden ambulant durchgeführt – am nächsten Morgen ist Duschen bereits wieder erlaubt.
Beim Oberlid arbeitet Dr. Dunst weitgehend mit Hochfrequenzstrom statt Skalpell: «Eine sehr präzise und gewebeschonende Technik. Und entscheidend ist weniger, wie viel man entfernt – sondern wie man die Anatomie respektiert.» Beim Unterlid erfolgt der Schnitt knapp unterhalb der Wimperngrenze und meist an der Innenseite des Unterlids. «Das schont den wichtigen Unterlidmuskel», erklärt Dr. Dunst. «Oft ergänze ich den Eingriff mit einer Eigenfett-Injektion für einen harmonischen Übergang zum Wangenbereich oder bei tiefen Nasolabialfalten.»
Auch Augenringe lassen sich behandeln: «Dunkle Augenringe entstehen häufig durch eine vertiefte Tränenrinne, die Schatten wirft, oder durch dünne, durchscheinende Haut – beides lässt sich mit gezielter Anwendung von Eigenfett oder anderen biologisch wirksamen Substanzen korrigieren.»
Wenig Ausfallzeit – lange Wirkung
Nach 10 bis 14 Tagen sind anfängliche Schwellungen und blaue Flecken so weit abgeklungen, dass man wieder unter Menschen kann. Das endgültige Resultat zeigt sich nach rund drei Monaten, nach einem halben Jahr findet die Abschlusskontrolle statt. Schmerzen sind kaum ein Thema. Und die Langfristigkeit der Behandlung überzeugt: «Mindestens 10 bis 12 Jahre hat man sicher einen Profit, meist länger. Aber natürlich verändert sich das Gesicht und damit auch die Augen mit dem Alterungsprozess weiterhin. Meistens ist aber auch nach vielen Jahren keine zweite Augenlidkorrektur nötig», so Dr. Dunst. Für viele Patienten ist die Augenlidkorrektur mehr als Kosmetik: Sie lässt sie endlich wieder so aussehen, wie sie sich fühlen. «Niemand soll merken, dass man beim Plastischen Chirurgen war. Ein frischeres, erholteres und natürliches Aussehen – genau das ist mein Ziel. Und dieser Effekt lässt sich mit einer Augenlidkorrektur hervorragend erreichen.»